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Internationale Briefmarken-Börse
(28. bis 30. Oktober 2021)


Briefmarken-Börse Sindelfingen abgesagt!


Die Messe Sindelfingen muss die Internationale Briefmarken-Börse vom 28. bis 30. Oktober 2021 leider absagen! 


Messen sind seit Anfang November 2020 verboten, und es ist überhaupt nicht abzusehen, wann und zu welchen Bedingungen Messen und Events in Deutschland wieder erlaubt sein werden. Angesichts der unsicheren Lage wird es auch in diesem Jahr nicht möglich sein, einen erfolgreichen Messeverlauf mit der hohen Qualität und Angebotsvielfalt, die die Besucher gewohnt sind, sicherzustellen.

Die Messe Sindelfingen schaut trotz der bedauerlichen Absage positiv in die Zukunft und lädt deshalb schon jetzt zur Internationalen Briefmarken-Börse Sindelfingen im kommenden Jahr ein, die vom 27. bis 29. Oktober 2022 stattfindet. Dann findet auch die für dieses Jahr angekündigte regionale Wettbewerbsausstellung REMSMA statt. 
                               (30. April 2021)

SBZ_3_2021

Editorial der SBZ 5–6/2021:

Fälschungsbekämpfung in der Philatelie

Fälscher und Fälschungen in der Philatelie gibt es beinahe so lange wie es Briefmarken gibt. Und der Kampf gegen die Fälscher dauert ebenso lange. Was ist dabei die Aufgabe des VSPhV und der SBZ?


Im Verband ist die Fälschungs-bekämpfung seit Jahren nicht gerade ein Aushängeschild. Eine der wenigen sichtbaren Leistungen ist die Namensänderung von «Kommission zur Fälschungsbekämpfung» in «Kommission zum Schutz der Philatelie», wobei letztere Bezeichnung so etwas wie ein zahnloser Tiger ist und nicht viel aussagt. Die heutige Kommission besteht neben deren Präsidenten im Wesentlichen aus einem aktiven Mitglied (Fredy Brauchli), das regelmässig in der SBZ über Fälschungen berichtet.


Es gab vor Jahren einmal eine Zeit, als ein von mir hochgeschätzter Philatelist die Meinung vertrat, Berichte über Fälschungen und Fälscher in der SBZ würden die Sammler nur verunsichern. Das mag eine gewisse Berechtigung haben, gleichwohl bin ich nach wie vor der Auffassung, dass die Sammler in Sachen Fälschungen «weitergebildet» werden müssen. Denn schon manch einer ist auf eine plumpe Fälschung hereingefallen, z. B. auf ein «Schnäppchen» im Internet. Hier ist schon zum Vornherein Vorsicht geboten, wenn eine klassische Marke mit einem hohen Katalogwert zu einem «Sensationspreis» angeboten wird. Das gibt es nie und nimmer! Und manche dieser «Schnäppchenjäger» sind dann auch zu stolz, zuzugeben, dass sie einem Betrüger auf den Leim gekrochen sind.


Meiner Ansicht nach ist es aber Aufgabe der SBZ wie des Verbandes, unsere Sammler auf Fälschungen hinzuweisen und sie für solche zu sensibilisieren. Nicht um sie zu verunsichern, sondern primär, um sie vor Schaden und Enttäuschungen zu bewahren.


Ausserdem ist das Fälschungswesen und dessen Bekämpfung auch ein spannendes Wissensgebiet. Man kann und muss dabei eine Menge lernen, ohne dass man gleich zum Experten wird, jedoch zumindest über gewisse Grundkenntnisse verfügt. Dazu gehören Dinge wie «Stimmen Markenausgabe und Datum überhaupt überein?», «Ist der verwendete Stempel überhaupt echt?» – vielfach schon hohe Schule, da es raffinierte Stempelfälschungen gibt. «Stimmt das Porto mit dem Gewicht des Briefes und der Beförderungs-
distanz überein?» Denn früher nahm man es bei der Post in dieser Beziehung noch recht genau! «War die verwendete Marke überhaupt von Anfang an auf dem Brief oder wurde sie ausgewechselt?» Diese Aufzählung lässt sich beliebig erweitern.

Fazit: Halten Sie die Augen offen, zeigen Sie bei Angeboten vor allem im Internet ein gesundes Misstrauen und studieren Sie die Berichte in der SBZ über Fälschungen genau. Man kann daraus eine Menge lernen! 

Hans Schwarz, Chefredaktor SBZ



SBZ 5–6/2021

Ausgabe Mai/Juni 2021

Die SBZ erscheint 9-mal pro Jahr mit Doppelnummern im Januar/Februar, Mai/Juni und Juli/August.

Die Ausgabe 5–6/2021 bietet wie gewohnt ein breites Spektrum an philatelistischen Fachartikeln aus verschiedenen Gebieten und für Sammler und Philatelisten aller Altersklassen, für Einsteiger wie für fortgeschrittene Philatelisten und Spezialisten.

Schwerpunktthemen in dieser Ausgabe sind die Aerophilatelie 
und die Numismatik.

Rechts finden Sie eine Inhalts-übersicht zur aktuellen Ausgabe.

Besuchen Sie regelmässig die Website der SBZ, Sie werden immer wieder Aktuelles und Neues aus der Welt der Philatelie finden.

Selbstverständlich sind wir auch für Anregungen und Kritik offen. 

Richten Sie dafür eine E-Mail an den Chefredakteur: 

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Viel Vergnügen!

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IBRA 2021 wird verschoben!

(BDPh/pcp) Die für Mai 2021 in Essen geplante Briefmarken-Weltausstellung IBRA wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. Dies hat der Vorstand des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. (BDPh) in einer außerordentlichen Sitzung gemeinsam mit Mitgliedern des IBRA-Kernteams beschlossen. „Wir bedauern das sehr, aber die derzeitige Planungsunsicherheit ist zu groß“, sagte BDPh-Präsident Alfred Schmidt nach der Telefonkonferenz. Geplant wird die IBRA jetzt für das Jahr 2023, die Gespräche mit der Messe in Essen sind dazu bereits angelaufen. Dabei bevorzugt der BDPh einen neuen Termin im Mai 2023.
Alfred Schmidt und BDPh-Generalkommissar Walter Bernatek betonten, dass sich der Verband die Entscheidung nicht leicht gemacht habe: „Leider lässt uns die aktuelle Lage bei Betrachtung aller vorliegenden Fakten und Einschätzungen aber keine andere Wahl.“ Dabei wurden unter anderem die allgemeine Situation der Pandemie, gültige Hygienekonzepte, allgemeine Vorschriften für Veranstaltungen sowie Entwicklungen im weltweiten Flugverkehr bzw. Reisewarnungen und Quarantänevorschriften analysiert und gewichtet.
Der Verband bedankt sich bei den Sponsoren sowie den zahlreichen Förderern, die sich in den vergangenen Monaten mit erheblichen Summen für die IBRA eingebracht haben. Auch hier finden jetzt Gespräche statt, um die weitere Zusammenarbeit abzustimmen und gegebenenfalls in veränderte Verträge münden zu lassen.


Gleichzeitig verwiesen Alfred Schmidt und Walter Bernatek auf die gute Zusammenarbeit mit der FIP, dem Weltverband der Philatelie. Die Gespräche mit FIP-Präsident Bernard Beston (Australien) und dem zuständigen FIP-Consultant Reinaldo Macedo (Brasilien) seien stets konstruktiv gewesen. „Wir werden jetzt gemeinsam mit unseren Partnern über den weiteren Weg zur IBRA in Deutschland sprechen“, kündigte die BDPh-Spitze an.


In den vergangenen Monaten sind zahlreiche philatelistische Großveranstal-tungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt oder verschoben worden. Auch für das Jahr 2021 wurden bereits einige Ausstellungen neu terminiert, andere werden inzwischen für das Jahr 2022 geplant. Um Überschneidungen oder eine zu dichte Abfolge mit Ausstellungen im Jahr 2022 zu vermeiden, wurde bei der Entscheidungsfindung auf das Jahr 2023 verwiesen.



Unzureichend frankiertes «Schriftpaket» – nachtaxiert

von Robert Bäuml

Der erste «Taxentarif» der eidgenössischen Bundespost gemäss Bundesgesetz vom 2. und 4. Juni 1849 trat bereits am 1. Oktober 1849 in Kraft und schloss unter anderem Briefpost- und Fahrpostgegenstände für den Transport im Innern der Schweiz mit ein. Dieser Tarif war gültig bis zum 31. Dezember 1851. Zur Berechnung der jeweiligen Transporttaxen waren einerseits das Gewicht und anderseits aber auch die Beförderungsdistanzen der Sendungen massgebend. Dabei erleichterte insbesondere die Aufteilung des Landes in vier Briefkreise die Tariffindung.

Aus einer Palette möglicher Transportgegenstände der Kategorie «Briefpost» fällt uns eine Versandart und deren spezielle Gebühren besonders ins Auge. Gemeint ist das «Schriftpaket» und seine «facultative Taxbezahlung», wie es in der Tarifliste genannt wird. Das bedeutete, dass der Versender wahlweise den Brief- oder den Fahrpost-tarif anwenden konnte.
Gemäss Wortlaut des Taxentarifs waren «Schriftpakete ohne Wertangabe» (Processacten, Rechnungen, Assecuranzpapiere, Legimitationsschriften und andere Urkunden), insofern sie ausser einem allfälligen Begleitschreiben keine Briefe enthalten und das Gewicht von einem Pfund nicht übersteigen, wie Briefe zu behandeln, unterliegen jedoch nur folgenden Taxen:

Nun, weil «Schriftpakete» naturgemäss meist ein höheres Gewicht aufzuweisen hatten als normale Briefe, war es für den Postkunden naheliegend, das Angebot des aktuellen Fahrpost- tarifes zu beanspruchen, zumal sich in Anbetracht des zulässigen max. Gewichts bis zu einem Pfund für Sendungen dieser Art in den meisten Fällen vergleichsweise zum Brieftarif eine interessante Kosten-Alternative bot. Erst Sendungen über einem Pfund unterlagen laut damaligem Tarifreglement grundsätzlich der Fahrposttaxe!

Das vorliegende Exemplar (vermutlich über 1½ Loth schwer), da mit dem handschriftlichen Vermerk «Prozess-akten» und frankiert mit einer 5-Rp.-Rayon I, dunkelblau, wäre am 25. April 1851 im 1. Briefkreis von Luzern nach Sempach (bis 10 Wegstunden) korrekt mit dem Fahrposttarif von 10 Rp. zu frankieren gewesen! Die rote Tintennotiz «zu wenig» und mit gleicher Tinte beigefügt eine «2» macht es deutlich. Es fehlten 5 Rp. resp. 
2 Kreuzer (alte Währung), die als Nachporto vom Empfänger zu erheben waren.

Da meist der weiche und unebene Untergrund solcher Sendungen einen sauberen und vor allem lesbaren Stempelabdruck auf dem Wertzeichen selten gewährleistete, ersetzte man diesen kurzerhand mit zwei roten Tintenstrichen (sog. «Federzugentwertung»).
Der Umfang und das Gewicht solcher Frankaturdokumente hinterliess im Regelfall zwangsläufig Bedarfsspuren, die – wenn man diese Versandart aus den Anfängen der eidgenössischen Bundespost überhaupt noch findet – dem heutigen Sammler ein angemessenes Toleranzdenken
bezüglich des optischen Gesamteindruckes abverlangt. n

 

(SBZ 3/2021)

Abb. 1. Fahrpost-Tarifliste

Abb. 1. Fahrpost-Tarifliste

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