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PHILA HISTORICA 2/2021

Wolfgang Maassen (Hrsg.): 

Seit Anfang Juli 2021 liegt die zweite Ausgabe dieses kostenlosen digitalen Magazins für Philatelie- und Literaturgeschichte vor. Dieses Mal sind es gar zwei pdf-Dateien mit insgesamt rund 450 Seiten, die den Leser erwarten. Die erste Datei (herunterzuladen auf www.philahistorica.de

bietet mit einem Umfang von 232 Seiten wieder einen guten Mix speziell zur Philateliegeschichte. Mit einer Dokumentation einer Sammlung zu Hermann Deninger, dem ersten Präsidenten des Bundes Deutscher Philatelisten, erinnert Herausgeber Wolfgang Maassen an das anstehende Jubiläum „75 Jahre BDPh“. Dr. Gerhard Lang-Valchs veröffentlicht den ersten Teil seiner englischsprachigen Studie „The Spiro made Facsimiles Never existed – The end of a myth“ und Dr. Ing Marc Kessler und Wolfgang Schneider publizieren einmal mehr zu Deutschlands Briefmarkenkünstlern und Grafikern. Nützlich für manch einen dürfte der Inhalts-INDEX aller Themen sein, die seit 2013 auf mehr als 8.000 Seiten in dieser Zeitschrift veröffentlicht wurden.

Noch beeindruckender ist die Dokumentation einer in dieser Form einmaligen Sammlung über Jean de Speratis Arbeiten, die Richard Frajola aus den USA vor geraumer Zeit zusammengetragen hat. 214 Seiten dokumentieren mit hervorragenden Abbildungen viele bislang den meisten wohl unbekannte Spezialitäten und bieten Informationen, die so noch nirgendwo zu lesen waren. Die üblichen Rubriken zu Neueingängen bei den philatelistischen Bibliotheken und so manch anderes mehr runden auch dieses Mal den Informationswert der neuen Ausgabe ab.

 
                               (12. Juli 2021)

18. bis 22. Mai 2022 in Lugano

SBZ_9_2021

SBZ 9/2021 – Editorial

«LGBT» – gefragt ist Toleranz!

Das Kürzel «LGBT» (Lesbians, Gays, Bisexuals, Transgenders) hat sich in den letzten Jahren innerhalb der Community durchgesetzt. Zusätzlich kursieren LGBTI (+Intersexuals) und LGBTQ (+Queers) und noch weitere Kürzel. Da aber ausserhalb der Community selbst LGBT noch wenig geläufig ist und mit den ersten vier Buchstaben ohnehin die gesamte Community gemeint ist, schaffen das zusätzliche «I» beziehungsweise «Q» eher Verwirrung.

Die Kürzel stammen aus dem Angelsächsischen. Gemeint ist die Gruppe von Menschen, die nicht der heterosexuellen Norm entspricht. LGBT wird häufiger verwendet als LGBTI oder LGBTQ, weil das «I» für «Intersexuals» auch dem Oberbegriff «Transgender» zugeordnet werden kann. Und «Q» für «Queers» kann für die gesamte Community eingesetzt werden.

Möglicherweise schütteln jetzt einige Leser*innen den Kopf und zweifeln am Geisteszustand des Schreibenden. Ich schneide dieses Thema jedoch ganz bewusst an, denn es gibt wohl einige unter Ihnen, denen das Kürzel bis anhin relativ fremd war. Andere – glücklicherweise handelt es sich nur um eine Minderheit – können nichts mit Mitmenschen anfangen, die bezüglich sexueller Ausrichtung nicht «normal» sind.

Ziel meiner Ausführungen ist einzig und allein, an Ihre Toleranz zu appellieren. Denn ob Sie es glauben wollen oder nicht, auch unter uns Sammler*innen und Philatelist*innen gibt es Menschen, die nicht dem gängigen Rollenbild entsprechen.

Nehmen wir nur das Beispiel eines bekannten Briefmarkenhändlers und Auktionators, der sich von klein auf im falschen Körper wähnte und sich jetzt in eine Frau umwandeln lässt. Er resp. jetzt eben sie hat sich an der letzten GV 
des Händlerverbandes im September 2020 geoutet, was bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Ganz abgesehen vom Mut, die Kolleg*innen über diese Veränderung zu informieren, kann man sich als «Normalsterblicher» wohl kaum vorstellen, was das für diesen Menschen bedeutet.

Seien wir also tolerant und begegnen wir diesen Menschen mit der gleichen Offenheit wie wir jedem anderen Menschen begegnen. Das gilt auch für körperlich oder geistig behinderte Mitmenschen!

Es ist wichtig, dass wir nicht nur begeisterte Sammler*innen sind, sondern darüber hinaus Toleranz zeigen, dass macht vieles leichter im Leben! 

P.S. Seien Sie unbesorgt, im nächsten Editorial lesen Sie wieder über die Philatelie oder was uns im VSPhV oder in der Szene generell so beschäftigt!

 

Hans Schwarz, Chefredaktor SBZ




SBZ 9/2021

Ausgabe September 2021

Die SBZ erscheint 9-mal pro Jahr mit Doppelnummern im Januar/Februar, Mai/Juni und Juli/August.

Die Ausgabe 9/2021 bietet wie gewohnt ein breites Spektrum an philatelistischen Fachartikeln aus verschiedenen Gebieten und für Sammler und Philatelisten aller Altersklassen, für Einsteiger wie für fortgeschrittene Philatelisten und Spezialisten.

Schwerpunktthemen in dieser Ausgabe sind die Forschung 
und Thematiksammlungen.

Rechts finden Sie eine Inhalts-übersicht zur aktuellen Ausgabe.

Besuchen Sie regelmässig die Website der SBZ, Sie werden immer wieder Aktuelles und Neues aus der Welt der Philatelie finden.

Selbstverständlich sind wir auch für Anregungen und Kritik offen. 

Richten Sie dafür eine E-Mail an den Chefredakteur: 

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Viel Vergnügen!

PDF

IBRA 2021 wird verschoben!

(BDPh/pcp) Die für Mai 2021 in Essen geplante Briefmarken-Weltausstellung IBRA wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. Dies hat der Vorstand des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. (BDPh) in einer außerordentlichen Sitzung gemeinsam mit Mitgliedern des IBRA-Kernteams beschlossen. „Wir bedauern das sehr, aber die derzeitige Planungsunsicherheit ist zu groß“, sagte BDPh-Präsident Alfred Schmidt nach der Telefonkonferenz. Geplant wird die IBRA jetzt für das Jahr 2023, die Gespräche mit der Messe in Essen sind dazu bereits angelaufen. Dabei bevorzugt der BDPh einen neuen Termin im Mai 2023.
Alfred Schmidt und BDPh-Generalkommissar Walter Bernatek betonten, dass sich der Verband die Entscheidung nicht leicht gemacht habe: „Leider lässt uns die aktuelle Lage bei Betrachtung aller vorliegenden Fakten und Einschätzungen aber keine andere Wahl.“ Dabei wurden unter anderem die allgemeine Situation der Pandemie, gültige Hygienekonzepte, allgemeine Vorschriften für Veranstaltungen sowie Entwicklungen im weltweiten Flugverkehr bzw. Reisewarnungen und Quarantänevorschriften analysiert und gewichtet.
Der Verband bedankt sich bei den Sponsoren sowie den zahlreichen Förderern, die sich in den vergangenen Monaten mit erheblichen Summen für die IBRA eingebracht haben. Auch hier finden jetzt Gespräche statt, um die weitere Zusammenarbeit abzustimmen und gegebenenfalls in veränderte Verträge münden zu lassen.


Gleichzeitig verwiesen Alfred Schmidt und Walter Bernatek auf die gute Zusammenarbeit mit der FIP, dem Weltverband der Philatelie. Die Gespräche mit FIP-Präsident Bernard Beston (Australien) und dem zuständigen FIP-Consultant Reinaldo Macedo (Brasilien) seien stets konstruktiv gewesen. „Wir werden jetzt gemeinsam mit unseren Partnern über den weiteren Weg zur IBRA in Deutschland sprechen“, kündigte die BDPh-Spitze an.


In den vergangenen Monaten sind zahlreiche philatelistische Großveranstal-tungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt oder verschoben worden. Auch für das Jahr 2021 wurden bereits einige Ausstellungen neu terminiert, andere werden inzwischen für das Jahr 2022 geplant. Um Überschneidungen oder eine zu dichte Abfolge mit Ausstellungen im Jahr 2022 zu vermeiden, wurde bei der Entscheidungsfindung auf das Jahr 2023 verwiesen.



Unzureichend frankierter Brief über den Taxgrenzpunkt "Mitte Schaffhausen–Basel" in das Grossherzogtum Baden

von Robert Bäuml

Ein wesentlicher Bestandteil des Postvertrages zwischen der Schweiz und dem D.Ö.P.V. war die Schaffung einheitlicher Tarifstrukturen. Um die Berechnung der Brieftaxen in die deutschen Staaten zu erleichtern, vereinbarte man, die Schweiz in zwei und die deutschen Staaten in drei sog. Taxrayons aufzuteilen, jeweils ausgehend von einem
fixen Taxgrenzpunkt entlang des Grenzverlaufs zwischen der Schweiz, Baden, Württemberg und Bayern.

Vor dem 1. Februar 1855 war St. Gallen für einen Brief nach Freiburg/Baden noch dem Taxgrenzpunkt «Mitte Konstanz–Schaffhausen» zugeordnet, was somit die Gebührenberechnung für den 1. Schweizer Taxrayon bedeutete. Ab 1. Februar 1855 fiel St. Gallen für einen Brief nach Freiburg/Baden zum Taxgrenzpunkt «Mitte Schaffhausen–Basel», damit lag St. Gallen für die Briefbeförderung nach dem badischen Ort Freiburg im 2. Schweizer Taxrayon, was zur Folge hatte, dass der Schweizer Taxanteil für einen Brief bis 1 Loth bei 20 Rp. lag. Der Vollständigkeit halber sei auch erwähnt, dass Briefe aus St. Gallen zu dieser Zeit z. B. in die östlichen resp. südöstlichen Regionen Badens durchaus über den Taxgrenzpunkt «Konstanz–Schaffhausen» geleitet werden konnten und somit nach wie vor dem 1. Schweizer Taxrayon zugeordnet waren.

Es entstanden die Taxgrenzpunkte «Mitte Lindau–Kon-stanz», «Mitte Konstanz–Schaffhausen» sowie «Mitte Schaffhausen–Basel». Die Leitung der Briefe aus der Schweiz und der dafür vorgesehenen Taxgrenzpunkte richtete sich unter anderem auch nach der geographischen Lage der deutschen Empfangsorte und dem dafür schnellsten Beförderungsweg. Insbesondere war auch massgebend, welcher Schweizer Ort für welchen der Taxgrenzpunkte – nach amtlicher Vorgabe – infrage kam.

Im Vergleich mit dem Taxgrenzpunkt, der gewisser-massen als fixe Masseinheit diente, änderte sich in den 50er-Jahren des 19. Jahrhunderts ein paar Mal die Zugehörigkeit von Orten und Kantonen zu diesen Fixpunkten. Dies blieb nicht ohne Einfluss auf die für den Brief zu bestimmende Höhe der Frankatur, wie uns nachfolgendes Belegbeispiel vor Augen führt.

Spätestens zum 1. Dezember 1859 erfolgte eine Umkehr zur alten Regelung und St. Gallen war für den Briefversand nach Freiburg/Baden wieder dem Taxrayon «Mitte Konstanz–Schaffhausen» angegliedert (1. Schweizer Taxrayon), mit dem Hinweis «unabhängig auf die Instradierung der Sendung»! Der Gebührenanteil für einen Brief (bis 1 Loth) war nun wieder 10 Rp., was auch auf vorliegendem Exemplar zum Tragen kam. Freiburg als Zielort war ebenfalls dem 1. Vereinsländischen Taxrayon zugeordnet, mit 10 Rp. resp. 3 Kr. Gebührenanteil.

Mit der Frankatur von 40 Rp. wähnte man zunächst den Brief in der 2. Gewichtsstufe (je 20 Rp. für die Schweiz und für Baden). Etwas später fand man bei einer Kontrolle und dem Nachwiegen des voluminösen Briefes heraus, dass das Gewicht bei 2¼ Loth lag (siehe Rötelnotiz links oben), d. h., er wog über 30 bis 45 g und lag damit in der 3. Gewichtsstufe. Die mit blauer Tinte notierten «3» (Kr.) mussten annulliert und auf eine «6» (Kr.) korrigiert werden. Es war dies der vom Empfänger als Nachtaxe zu erhebende, fehlende Gebührenanteil!

Zusammenfassend kann konstatiert werden: Der Brief von St. Gallen nach Freiburg/Baden lag in der 3. Gewichtsstufe. Beim Beförderungsweg aus dem 1. Schweizer Taxrayon in den 1. Vereinsländischen Taxrayon wäre die Sendung mit 60 Rp. anstatt mit 40 Rp. zu frankieren gewesen (anteilig für die Schweiz wie für Baden je 3 × 10 Rp.). In Baden verblieben die in Freiburg zu erhebenden 6 Kr. (= 20 Rp.) und die Schweiz hatte von den erhaltenen 40 Rp. noch 10 Rp. (= 3 Kr.) an Baden zu vergüten (siehe rückseitige Rötelnotiz «3»). Eine ebenfalls rückseitig notierte «9» (Kr.) hätte den badischen Gebührenanteil korrekt ausgewiesen, wenn der Brief richtig frankiert und ohne Nachtaxierung eingegangen wäre. So aber war die «9» mit Rötelstrichen zu annullieren.

(SBZ 7–8/2021)

Abb. 1. Fahrpost-Tarifliste

Brief der 3. Gewichtsstufe von St. Gallen nach Freiburg/Baden vom 18. Dezember 1860.
(Vorderseite und Rückseite)

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timbre classique